DIN ISO 50001

DIN ISO 50001 Energiemanagement

Energiemanagement betrifft eine Menge Unternehmen, nicht nur Energieversorger oder vergleichbare Institutionen. Das ist ganz klar in der Energieeffizienzrichtlinie geregelt. Und zwar schon seit 2015! Doch längst nicht alle Unternehmen wissen davon und kümmern sich dementsprechend auch nicht um das Thema. Das ist nicht gut, gar nicht gut.

Die „neue“ Regelung

Wie wir gerade festgestellt haben, ist die Energieeffizienzrichtlinie so neu nun auch nicht mehr. Zeit also, sich darum zu kümmern. Das beginnt mit der Frage, wer überhaupt betroffen ist. Die Antwort: Unternehmen, die ein Energieaudit- oder ein Energiemanagementsystem (kurz: EnMS) einführen müssen. Doch welche sind das?

Laut der Novellierung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) mussten seit dem Frühling 2015 alle Unternehmen, die nicht als mittelständische oder kleine Unternehmen eingestuft werden, entweder ein Energieaudit nach DIN E 16247-1 oder ein Energiemanagementsystem gemäß DIN EN ISO 50001 einführen. Zeit hatten sie dafür bis zum 5. Dezember 2015. Diese Frist ist nun aber „knapp“ überschritten worden. Betroffen sind Unternehmen wie Versicherungen, Krankenhäuser und Banken, aber auch Einzelhändler.

Wie es hätte sein sollen

Bis 2015 galt die Regelung, dass energieintensive Firmen ein EnMS einführen mussten, die entweder am Spitzenausgleich teilnehmen oder von der EEG-Umlage befreit werden wollten. Damals verfügten ca. 14 Prozent der Unternehmen über ein EnMS oder ein Audit. Nach der Novellierung des Gesetzes wurde damit gerechnet, dass 50.000 bis 90.000 weitere Unternehmen hinzukommen würden.

Die Einführung eines Audits bzw. Energiemanagementsystems ist übrigens nicht lediglich ein Ärgernis, das Unternehmen Nachteile bringt, im Gegenteil. Über die Maßnahme des Energiemanagements lassen sich kontinuierlich Energieeinsparungen vornehmen, die Unternehmen viel Geld sparen lassen können. Wobei man bedenken muss, dass es auf die tatsächliche Umsetzung ankommt, wer also in Besitz eines Zertifikates ist – und das wird jetzt wirklich Zeit -, spart damit nicht automatisch Energiekosten ein.

Träumerische Politik

Ginge es nach der Politik, würden durch Audits oder Energiemanagementsysteme pro betroffenem Unternehmen bis zu 30 Prozent Einsparungen erreicht werden. Doch schon damals rieten Experten zu etwas mehr Mäßigung, was die Vorstellungen in diesem Bereich angeht. Realistischer seien, so hieß es damals (und heute wohl ebenfalls), Einsparungen im Bereich zwischen einem und vier Prozent. Was auf den ersten Blick gering klingt, hat bei entsprechenden Verbräuchen erhebliche Auswirkungen, etwa wenn man an Kühlanlagen, Klimaanlagen, Druckluftkompressoren oder die Beleuchtung großer Hallen denkt. Dort wirken sich schon Einsparungen zwischen ein und vier Prozent deutlich aus.

Die Einführung des Systems

Wer ein Energiemanagementsystem einführen will, sollte sich gleich von der Vorstellung verabschieden, 100 Prozent erreichen zu wollen. Wer 95 Prozent anvisiert, ist bereits sehr gut aufgestellt. Außerdem sollte gleich zu Beginn eine umfassende Analyse hinsichtlich der Bewertung der Hauptverbraucher durchgeführt werden. Das erleichtert das weitere Vorgehen, zudem werden Routineabläufe in die täglich anfallende Arbeit integriert, der Zeitaufwand wird heruntergeschraubt, der Nutzen wird schneller sichtbar.